Integration behinderter Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt konsequent fördern

18.06.2007 - Nach Ansicht des Vorsitzenden des Sprecherrates des Deutschen Behindertenrates, Horst Frehe, bedarf es konsequenter und beherzter Schritte der Bundesregierung, um die Integration behinderter Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nachhaltig zu fördern.

Mit dieser Forderung reagiert das Aktionsbündnis der Behindertenverbände auf einen Berichtsentwurf der Bundesregierung über die Wirkung der Instrumente zur Sicherung von Beschäftigung und der betrieblichen Prävention, sowie auf die Tatsache, dass die Arbeitslosigkeit behinderter Menschen im Gegensatz zum allgemeinen Trend kaum zurück geht.

"Instrumente wie die Unterstützte Beschäftigung, das betriebliche Arbeitstraining, das Jobcoaching, die Platzierung und Qualifizierung behinderter Menschen eröffnen behinderten Menschen mit ganz unterschiedlichen Behinderungen einen breiteren Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt. Was bisher in vereinzelten Modellprojekten erfolgreich erprobt wurde, muss nun auf breiter Ebene angewandt und gefördert werden. Deshalb unterstützen wir das Vorhaben der Bundesregierung einen gesetzlichen Förderrahmen für eine unterstützte Beschäftigung behinderter Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu schaffen", erklärte Horst Frehe.

Auf Kritik beim Deutschen Behindertenrat stießen vor allem die Auswirkungen des Übergangs der Strukturverantwortung für die Integrationsfachdienste von den Arbeitsagenturen auf die Integrationsämter. Dies habe in vielen Regionen Deutschlands zu einem Einbruch der bisher erfolgreichen Arbeit geführt. "Hier ging wertvolle Kompetenz in großem Maße sogar verloren", so Horst Frehe. Nach Ansicht der Behindertenverbände ist es nicht ausreichend, dass die Bundesregierung plant, "intensive Gespräche" mit der Bundesagentur für Arbeit zu führen.

"Seit einigen Jahren ist ein immer schwächer werdendes Engagement der Bundesagentur für Arbeit für die Eingliederung schwerbehinderter Menschen zu verzeichnen. Der Gesetzgeber muss hier dringend tätig werden - und dies nicht nur durch Gespräche, sondern durch die eindringliche Aufforderung, dass die Bundesagentur für Arbeit den gesetzlichen Auftrag erfüllt, da die Verselbständigungstendenzen der Agenturen zu einer strukturellen Benachteiligung behinderter Arbeitssuchender führt", so Horst Frehe.
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