Deutscher Behindertenrat: Teilhabe ist ein Menschenrecht

DBR-Sprecherratsvorsitzende Mascher: Menschen mit Behinderung noch immer benachteiligt

Foto: VdK-Präsident Ulrike Mascher übergibt symbolisch den Sprecherratsvorsitz an Hannelore Loskill von der BAG-Selbsthilfe
VdK-Präsidentin Ulrike Mascher (links) überreicht den Staffelstab und damit den Sprecherratsvorsitz im DBR für das Jahr 2013 an Hannelore Loskill von der BAG Selbsthilfe. (Foto: Peter Himsel)
2.12.2012 - "Barrierefreiheit ist für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben eine Grundvoraussetzung" , das erklärte die Sprecherratsvorsitzende des Deutschen Behindertenrats (DBR ), Ulrike Mascher, anlässlich des Welttags der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember, den der DBR mit einer Fachtagung zum Thema "Wohnen und Mobilität in der inklusiven Gesellschaft" in Berlin begehen wird.

Die UN-Behindertenrechtskonvention fordere zwar eine umfassende Herstellung von Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen, etwa beim Bauen und Wohnen oder im Verkehr. Studien zufolge aber leben derzeit 2,5 Millionen mobilitätseingeschränkte Menschen in Wohnungen, die erhebliche Barrieren aufweisen. Der Bedarf an barrierefreien Wohnungen werde zudem in den nächsten Jahren demografiebedingt weiter ansteigen. "Die Politik bleibt bislang Antworten schuldig, wie bezahlbarer, barrierefreier Wohnraum in dem erforderlichen Umfang geschaffen werden kann" , so Mascher. Auch treffen mobilitätseingeschränkte Menschen beim Reisen mit der Bahn immer noch auf zahlreiche Schwierigkeiten und Hindernisse. "Auch wenn im Bereich 'barrierefreies Bahnreisen' in den letzten Jahren Fortschritte erzielt wurden, durchgängige Barrierefreiheit vom Bahnhofsvorplatz bis auf die Bahnsteige gibt es immer noch an zu wenigen Personenbahnhöfen" , betont die DBR -Sprecherratsvorsitzende.

Mascher: "Solange Menschen mit Behinderung Probleme beim Bahnfahren, insbesondere auf nicht barrierefreien Bahnhöfen, im Wohnumfeld oder beim Besuch von Schulen, Universitäten, Arztpraxen, Kinos, Theatern, Museen und Gaststätten haben, ist das Ziel noch nicht erreicht, Chancengleichheit für sie herzustellen und ihnen eine gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen."

Niemand dürfe wegen seiner Behinderung benachteiligt werden so steht es im Grundgesetz, betont die DBR -Sprecherratsvorsitzende. In Deutschland leben 9,7 Millionen Menschen mit einer amtlich anerkannten Behinderung das ist jeder neunte Bundesbürger, Tendenz steigend. "Umso notwendiger ist es, dass die Bundesregierung endlich konkrete Maßnahmen auf den Weg bringt, die diese große Bevölkerungsgruppe zur Wahrung ihrer Rechte benötigt" , so Mascher. Ob Barrierefreiheit, Arbeit, Bildung, Wahlrecht, Gesundheitsversorgung oder Pflege Menschen mit Behinderungen müssten in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens selbstbestimmt teilhaben.

Außerdem fordert der DBR unter anderem anlässlich des Welttags der Menschen mit Behinderungen:

1. Für Menschen mit Behinderung das Recht auf inklusive Bildung zu verwirklichen

2. die Förderung der Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt

3. das Wahlrecht allen Menschen mit Behinderung uneingeschränkt zu gewähren

4. den vollständigen Zugang für behinderte Menschen zu Gesundheitsdiensten und -leistungen

5. den Bedarf von Menschen mit Behinderung auch in der Pflegeversicherung angemessen zu berücksichtigen

Die Forderungen des Deutschen Behindertenrats vom 3.12.2012 zum Download:

 Behindertenpolitische Forderungen des DBR (75,4 KB)
Behindertenpolitische Forderungen für die kommende Legislaturperiode der im Deutschen Behindertenrat (DBR) zusammenarbeitenden Verbände anlässlich des Welttages der Menschen mit Behinderungen am 3.12.2012

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